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Messi-Wohnung – Möglichkeiten der Reinigung und Hilfe für Betroffene

Messi-Wohnung – Möglichkeiten der Reinigung und Hilfe für Betroffene

Eine Messi-Wohnung zeichnet sich durch gehortete Gegenstände aus, die eigentlich als wertlos, unnütz oder verbraucht gelten. Dabei spricht man in der Regel von einer Messi-Wohnung, wenn die Wohnung so zugestellt oder zugemüllt ist, dass ein normales Bewohnen nicht mehr möglich ist. Problematisch ist das Horten dabei nicht zwingend – es gibt wirklich verdreckte Wohnungen und solche, in denen schlichtweg allerlei Plunder zusammenkommt, ohne dass es zu hygienischen Missständen kommt. Das Horten an sich ist eine Zangsstörung und kann einer anderen psychischen Krankheit entspringen. Die Formen des Messi-Syndroms sind vielfältig und die Messi-Wohnung ist eines davon.

Ab wann ist es die Wohnung eine Messi-Wohnung?

Es gibt keine einheitliche Definition, ab wann von einer Messi-Wohnung gesprochen wird. Jedoch führt das Messi-Syndrom beziehungsweise das Vermüllungssyndrom bei betroffenen Menschen fast immer zu einer verwahrlosten oder sehr zugestellten Wohnung. Darin äussert sich diese Zwangsstörung sogar am häufigsten. Ob eine entsprechende Wohnung einem Messi gehört, zeigt sich an diesem selbst: Er ist unfähig, sich von Dingen zu trennen, kann einen Wert eines Gegenstandes nicht richtig einschätzen und hortet selbst völlig Nutzloses, wie etwa Verpackungen und Deckel. Vereinfacht gesagt, lässt sich das Messi-Syndrom als Unfähigkeit, Dinge zu entsorgen beschreiben. Es gibt aber auch extreme Auswüchse, wie etwa:

  • das Horten von Tieren
  • das Horten von verderblichen Dingen
  • die gleichzeitige Vernachlässigung der eigenen Körperpflege

Das heisst: Messi-Wohnungen können einen sehr unterschiedlichen Zuständen aufweisen. Einige sind einfach nur zugestellt, andere wirklich verwahrlost. Für die Bewohner und die Vermieter ist dies fast immer eine Herausforderung.

Was ist die Ursache für Müll und Chaos in der Wohnung?

Es gibt viele mögliche psychische Krankheiten beziehungsweise Störungen, die eine übermässige Sammelleidenschaft auslösen können. Beispiele sind unter anderem:

  • Traumata
  • Verlustängste
  • personenbezogene Obsessionen
  • Senilität
  • Psychosen
  • Wahn
  • Depression

Das Messi-Syndrom tritt auch manchmal ohne grundlegendes Leiden auf. Über die Ursachen wird noch diskutiert. In jedem Falle kommt es immer zum Horten und nicht zum Entsorgen und Aufräumen. Dadurch wird (unnützer) Besitz angehäuft, so weit es die Räumlichkeiten zulassen.

Wie kann ich als Vermieter bei einem Messi handeln?

Dass ein Messi bei dir als Vermieter wohnt, wird zumeist durch Handwerker oder sich über Gerüche beschwerende Nachbarn gekannt. Grundsätzlich dürfen Vermieter ihre Mieter dazu auffordern, für die Instandhaltung der Wohnung zu sorgen. Ordnung ist nicht rechtlich durchsetzbar, aber Vermüllung kann als Grund für mangelnde Sicherheit, Bodenpflege oder Behinderung für Handwerker betrachtet werden. Grosse Unordnung ist kein Grund, als Mieter einzugreifen. Im Wohnraum geniesst nämlich jeder Mieter Freiheiten, die auch Unordnung mit einschliessen. Bei Belästigung der Nachbarn oder den gerade genannten Gründen ist dies anders. Hier können Vermieter, vor Kündigung der Wohnung und anderen Zwangsmassnahmen, aktiv werden. Ohne Hilfe wird eine Person mit Messi-Syndrom aber kaum dazu in der Lage sein, die eigene Wohnung dauerhaft in Stand zu setzen.

Wann helfen bei Messis nur noch Räumungen?

Wann eine angeordnete Wohnungsräumung bei einem Messi notwendig wird, hängt von der Toleranzschwelle des Vermieters und der Nachbarn ab. Bei grober Verdreckung, Geruchsbildung oder gar zuzüglichen Mietausfällen, sind Zwangsmassnahmen eventuell die beste Alternative. Doch das Chaos in einer Messi-Wohnung ist oftmals kontrollierbar. Bevor ein Vermieter also ein Wohnverhältnis kündigt, sollten Möglichkeiten der Hilfe ausgelotet werden. Vor dem Hintergrund, dass Hortende oftmals auch andere grosse Belastungen erleben, ist dies auch humaner, als sofort Räumungen anzustreben. Räumungen bleiben rechtlich gesehen aber eine Option des Vermieters.

Wie helfe ich einem Betroffenen bei der Reinigung einer Messi-Wohnung?

Messis sind nicht dazu in der Lage, sich von Dingen zu trennen. Das heisst, dass sie ohne Hilfe auch kaum dazu in der Lage sind, eigenverantwortlich die Wohnung aufzuräumen. Hilfreich ist es für Angehörige, mit dem Betroffenen zusammen das Problem zu besprechen. An Einsicht fehlt es Messis zumeist nicht. Es ist die Handlungsfähigkeit, die eingeschränkt ist. Das Verhalten ist irrational, aber es gibt durch Hilfe und Institutionen gute Möglichkeiten, die Reinigung der Wohnung voranzutreiben.

Wie kann ich Menschen mit Messi-Wohnung Hilfe zukommen lassen?

Messis bedürfen oftmals einer Beratung oder Therapie. Auch Selbsthilfegruppen sind gute Anlaufstellen für den ersten Schritt. Zudem gibt es beispielsweise das Zügelunternehmen Umzugsengel, das sich mit Messi-Wohnungen auskennt. Auch die Sozialen Dienste können eingeschaltet werden. So greift die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde etwa in folgenden Fällen ein:

  • Kindeswohlgefährdung
  • Krankheit
  • gefährliche Vermüllung

Bei Messis, die weder krank noch betreuungsbedürftig sind, sollte zunächst versucht werden, das Chaos mit Hilfe anderer Leute zu lösen. Dies kann temporär oder dauerhaft Besserung bringen.

Messi-Wohnung: Wer kommt für die Kosten auf?

Folgt doch eine Zwangsräumung, die begründet sein muss, bleibt oftmals der Vermieter auf den Kosten sitzen. Die Entsorgung des Mülls sowie die Reinigung der Wohnung verurachen dann nicht unerhebliche finanzielle Posten. Oftmals fehlt es Messis, die in extremen Messi-Wohnungen gehaust haben, auch an festen sozialen Strukturen oder Einkommen. Auch da bleibt es oftmals am Vermieter hängen, den Haushalt aufzulösen.

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